Pressemitteilungen und Berichte

Filderdialog1: Nur Planungsskizzen, Fragen unbeantwortet

Filderdialog: „Varianten“ nur Planungsskizzen, Fragen unbeantwortet

Die Kurzvorstellung der Planungsvarianten ließ darstellerisch und inhaltlich viele Wünsche offen. Sie ging nicht über den Informationsstand der Tagespresse hinaus und sorgte wegen formaler Zuordnungsfehler für mehr Verwirrung als Klarheit.

Die Ingenieure22 sind beim Filderdialog als Expertengruppe angetreten, um aus dieser Eigenschaft heraus einen konstruktiven Beitrag zu leisten. Bereits zwei Wochen vor der ersten Veranstaltung hatte man eine Frageliste zu Sachverhalten eingereicht, die für eine spätere Bewertung der Planungs­vorschläge von Bedeutung sein würden:

  • Die Bahn versucht seit Jahren, ein Planfeststellungsverfahren für den Filderbereich in Gang zu bringen und scheitert beim Eisenbahnbundesamt. Die Ingenieure22 erwarten, daß die hierfür zugrundeliegenden fachlichen Zusammenhänge veröffentlicht und diskutiert werden, um offensichtliche Mängel in allen diskutierten Varianten zu vermeiden.

  • Die Öffentlichkeit benötigt Einblick in das neue S-Bahn-Konzept ohne den in der Pra­xis nicht realisierbaren Linientausch, das Verband Region Stuttgart bereits seit März dieses Jahres vorliegt1. Ebenso wichtig ist die Bewertung des dazugehörenden Not­kon­zeptsSperrung des Innenstadttunnels, eine entscheidende Voraussetzung für die Stabilität und Zuverlässigkeit der S-Bahn und deren Entwicklungspotential auf den Fildern. Weiterhin fehlen aussagekräftige Kenngrößen für die Entwicklungs­fähigkeit der Gäubahn (Verstärkerzüge), soweit diese über den Flughafen geführt wird.

  • Die Ingenieure22 haben Fahrgastzahlen angefordert, aus denen hervorgehen soll, wo tatsächlicher Verkehrsbedarf vorhanden ist. Zahlen, wieviele Fahrgäste aus der Gäu- und Schwarzwald-Region wirklich am Flughafen aussteigen wollen, fehlen bisher. Bringt ein Umsteigeknoten Vaihingen (mehrere zehntausend Einwohner und mehrere 10000 Arbeitsplätze) möglicherweise mehr Nutzen als die Schaffung eines künst­lichen Umsteigeknotens Flughafen (knapp 10000 Arbeitsplätze, keine Einwohner)?

Viele weitere Fragen zur Planung, zum Mischverkehr, zu den Prämissen und zur Technik konnten am ersten Dialogtag nicht gestellt werden. Die Ingenieure22 werden die Veranstalter auffordern, diese Fragen vor dem nächsten Dialog zu beantworten.

Wer seine Bürger beteiligen will und darauf setzt, daß diese eine Leistung erbringen, an der die DB-Planung bereits seit knapp zehn Jahren arbeitet, muß seinerseits auch für die Zugänglichkeit aller Informationen sorgen. Ansonsten besitzt der gesamte Dialog nur Alibifunktion und ist gerade keine Bürgerbeteiligung.

Wer die „Denkfabrik“ Bürger (so der plakative Begriff der Veranstalter für diesen Dia­log) nutzen will, der darf jenen nicht gleichzeitig das eigenständige Denken verbieten.



1Vergl. Pressemitteilung VRS, „S-Bahn könnte auch ohne Linientausch fahren“, http://www.region-stuttgart.org/presse/artikel/?tx_ttnews[tt_news]=493&cHash=47dc35f8b2b1ccdd407fd9249812b2c4

 

Dokumente belegen: Stuttgart 21 immer nur für 30 Züge geplant

Bahn plante Stuttgart 21 von Anfang an als Rückbau!


Stuttgart, 22. März 2012: Bei ihren Recherchen zur Planfeststellung von Stuttgart 21 sind die
Ingenieure22 auf bisher nicht bekannte Unterlagen gestoßen (http://bit.ly/GEEftm), die
zweifelsfrei belegen: Stuttgart 21 war von Anfang an als Rückbau des Bahnknotens Stuttgart
geplant! Zukünftig sollten im Stuttgarter Hauptbahnhof nur noch maximal 30 Züge in der
Spitzenstunde verkehren – diese Vorgabe machte1997 die Bahn selber für eine von ihr
beauftragte Personenstromanalyse. Seitdem gab es keine Änderung der geplanten
Bahninfrastruktur von S-21; die wesentlich höhere Leistungsfähigkeit des Tunnelbahnhofs, die
inzwischen behauptet wird, steht nur auf dem Papier.

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Ausstiegskosten bei etwa 300 Mio. Euro

Ingenieure ermitteln die tatsächlichen Kosten für S21-Ende

Stuttgart, 21. Oktober 2011: Die „Ausstiegskosten“ aus dem Projekt Stuttgart 21 als von der Bahn bisher aufgewendeter Baukosten betragen nach seriöser Einschätzung der Ingenieure22 lediglich knapp 300 Mio. EUR.

Zu diesem Ergebnis kommt Hans Heydemann von den Ingenieuren22, der mit seinem Ingenieurbüro jahrzehntelang öffentliche Planungsaufträge bearbeitet hat. Die knapp 300 Mio. EUR. setzten sich zusammen aus aufgelaufenen Planungskosten, Kosten für bereits ausgeführte Arbeiten (Gleisvorfeld, Nordflügelabriss, Baumfällungen, Grundwassermanagement, u.a.m.) sowie Kosten, die aus den vergebenen Aufträgen entstehen. Auf Nachfrage hat Bahnchef Grube den Ingenieuren22 die von ihm genannten wesentlich höheren Ausstiegskosten aufgeschlüsselt. Diese enthalten große Posten  die mit den Baukosten für Stuttgart 21 und dem „Ausstieg“ gar nichts zu tun haben, z.B. Planungskosten für die Strecke Wendlingen – Ulm. Ohne diese Fremdposten kommt auch Bahnchef Grube nur auf 427 Mio. EUR.

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S21-Befürworter treiben Ausstiegskosten künstlich nach oben

Pressemitteilung:

Ingenieure22: Stuttgart-21-Befürworter treiben Ausstiegskosten künstlich nach oben

Von seiten der S21-Befürworter wurde und wird immer wieder ein Gutachten von Märkische Revision, PwC und SUSAT UND PARTNER aus der sogenannten Faktenschlichtung vergangenen Jahres bei ihren Versuchen herangezogen, angebliche Ausstiegskosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro nachzuweisen. Meldungen der Presse, z.B. Hannover-Zeitung sowie der Rheinischen Post vom 26. Oktober, in denen behauptet wird, die Abbruchkosten des Projekts "Stuttgart 21" lägen bei etwa 1,5 Mrd. Euro, sind jedoch nachweislich falsch.

Dagegen entspricht die Ausstiegskosten-Kalkulation, die von den Ingenieuren22 am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, in Höhe und Größenordnung gut der Realität. Zu diesem Ergebnis kommt man gerade durch Studium eben dieses Gutachtens von Märkische Revision, PwC und Susat & Partner. Gegenstand dieses für die 7. und 8. Sitzung der sog. Faktenschlichtung am 15. November letzten Jahres veröffentlichten Gutachtens war eine Beurteilung der Projekt-Gesamtkosten von Stuttgart 21.

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